FREIE PLÄTZE: 3 freie Plätze ab 01.08.2021
Kindertagespflege in Grasleben

Die Eingewöhnungszeit

Eingewöhnungszeit

Ein Brief an Mama und Tagesmutti

 

Fast immer ist die Eingewöhnungszeit eine Herausforderung für Eltern und Kind.

Ich habe vor kurzem diesen Brief (Autor unbekannt) im Internet entdeckt und finde ihn einfach toll, denn er beschreibt wie sich Kind in der Eingewöhnungszeit fühlen muss.

 

Liebe Tagesmutti,

Ich wünsche mir, dass Du mir die Eingewöhnung so schön machst, dass ich immer gerne zu Dir komme.
Meine Mama ist ängstlich, weil sie das Liebste was sie hat, für Stunden abgeben muss oder will. Bitte hilf ihr und unterstütze Sie, dass sie immer weiß: Mama ist die Allerwichtigste.

Wenn ich bei Euch ankomme, über rumpele mich nicht gleich, ich muss mir alles erst genau anschauen und beobachten. Ich kenne Dich, die Kinder und die Spielsachen nicht, und davon habt ihr sooo viel!

Gib mir ein paar Tage Zeit! Wenn Du mich genau beobachtest, wirst Du merken, jetzt möchte ich Kontakt mit Dir aufnehmen und mit Dir spielen.

Schicke meine Mama nicht gleich vor die Tür, sie will mich nur beschützen, lass ihr die Zeit.

Mit dem Wickeln warte noch ein paar Tage, dass haben ja bisher immer meine Mama oder mein Papa gemacht. Da muss ich Dich schon ein bisschen gern haben, aber dann macht es mir auch nichts mehr aus.

Sollte ich mal nur dastehen, dann muss ich alles erst mal beobachten. Wenn Du aber merkst, ich bin überfordert, dann gib mir die Unterstützung die ich in dem Moment brauche.

Manchmal kommt es auch vor, dass ich traurig werde, vielleicht denk ich dann gerade an meine Mama, und dann darfst du mich auch trösten.

Ich werde mich hier wohl fühlen, wenn ich mich nach meinem Tempo entwickeln kann und Du mich in meinem Tun unterstützt.

Ich freue mich auf die Zeit mit Dir.

 

 

 

Liebe Mama,

wenn Du mich zur Tagesmutti bringst, nimm Dir viel Zeit. Ich weiß nicht, wie lange ich brauche, um mich einzugewöhnen- damit hilfst Du mir schon sehr, dass ich gerne gehe.

Meine Tagesmutti möchte mit mir, und auch mit Dir Kontakt aufnehmen, damit es uns beiden hier gut gefällt. Bitte seid immer freundlich zu einander auch wenn ihr mal einen stressigen Tag hattet, das macht es mir leichter mich einzugewöhnen.

Bleib die ersten Tage mit im Gruppenraum und kümmere dich um mich wenn mir alles etwas viel wird. Die Tagesmutti bleibt erstmal im Hintergrund und wir zwei können uns alles in Ruhe ansehen.

Wenn ich die Kinder, die Tagesmutti und die vielen Spielsachen schon ein bisschen kennen gelernt habe, kannst Du gerne auch mal für eine kurze Zeit vor die Türe gehen. Aber sag mir auf jeden Fall Bescheid, dass Du jetzt gehst.

Auch wenn ich mit meiner Tagesmutti spiele, heißt das nicht, ich habe Dich vergessen, ich habe Dich immer noch genauso lieb und Du bist für mich die Allerbeste.

Sag der Tagesmutti auch, wie ich heute „drauf“ bin, ob ich gut oder schlecht geschlafen habe, das ist wichtig, vielleicht brauch ich dann mehr Kuscheleinheiten mit ihr.

Wenn ich wieder zu Hause bin, muss ich mich erst mal ausruhen und brauche etwas Zeit mit Dir, denn die Stunden bei der Tagesmutti sind eine ganz schöne Herausforderung!

Angekommen bin ich dann, wenn ich mich bei der Tagesmutti wohl fühle, ich mit den anderen Kindern Kontakt aufnehme. Wenn ich mit dem Tagesablauf zurechtkomme, meine Tagesmutti akzeptiere und gerne habe, mich von ihr trösten lasse, weil ich vielleicht gerade traurig bin–

Dann, ja dann kannst Du auch gerne ungestört zur Arbeit gehen.

In Liebe,
Dein Kind.

 

Die Eingewöhnung als sanfter Start in den neuen Lebensabschnitt

Die Eingewöhnungsphase Ihres Kindes zählt zu den wichtigsten Abschnitten während der Zeit der Betreuung. Denn Kinder und Eltern müssen Vertrauen zur mir aufbauen. Jedes Kind reagiert anders auf Veränderung und manche Kinder brauchen mehr Zeit, um sich an die neue Bezugsperson und die neuen Räumlichkeiten zu gewöhnen. In der Kindertagespflege wird deshalb auf die individuellen Bedürfnisse jedes Kindes bei der Eingewöhnung in die neue Umgebung eingegangen. Zwischen mir und Ihrem Kind wird schnell eine vertrauensvolle Beziehung entstehen, die Ihrem Kind Sicherheit gibt. Trost und Zuwendung kann es dann von mir gut annehmen, wenn es einmal müde ist oder ein kleines Unglück den Tag trübt.

Die Eingewöhnungszeit dauert je nach Bedarf von Kindern und Eltern zwischen einer und vier Wochen. Sollte sich ein Kind mit der Eingewöhnung schwerer tun, macht das auch nichts. Denn das Tempo wird allein von Ihrem Kind bestimmt. Schließlich muss es neben mir als neue feste Bezugsperson auch die anderen Kinder kennenlernen. Diese Phase der Veränderung sollte behutsam eingeleitet werden. Aus diesem Grund besteht der Beginn der Eingewöhnung aus mehreren Schnupperstunden, bei denen ein Elternteil durchweg anwesend ist.

Nach ein paar Tagen erfolgt dann eine erste Trennung, während die Mutter oder der Vater aber in der Nähe bleiben. So steigert sich das Fernbleiben des Elternteils von Tag zu Tag. Ich beobachte Ihr Kind dabei sehr genau, um bei eventuellen Problemen zielgerichtet reagieren zu können. Die Eingewöhnung ist abgeschlossen, wenn sich Ihr Kind darauf freut, zu mir gebracht zu werden und auch Sie ein gutes Gefühl dabei haben.